Stiche von Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln können zu einer allergischen Reaktion führen: Insektenstiche gehören mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu den drei häufigsten Ursachen einer bedrohlichen allergischen Allgemeinreaktion, einer so genannten Anaphylaxie. In der SAPALDIA-Studie (9651 Teilnehmer) geben 3,5% der befragten Personen an, mit einer allergischen Systemreaktion auf einen Bienen- oder Wespenstich reagiert zu haben. Jedes Jahr kommt es in der Schweiz dabei zu durchschnittlich 3–4 Todesfällen. In gewissen Jahren können es auch mehr sein: So starben 1998 beispielsweise 8 Menschen an den Folgen eines Stichs. Die Insektengiftallergie ist nicht vererbbar.
Bei der Insektengiftallergie unterscheidet man zwischen schweren Lokalreaktionen und allergischen Allgemeinreaktionen:
Die Diagnose beruht zunächst auf den Angaben und der Geschichte des Patienten. Weiter werden Hauttests mit stark verdünntem Bienen- und Wespengift durchgeführt und die allergischen Antikörper (IgE) im Blut bestimmt. Jedem Patienten mit einer allergischen Allgemeinreaktion wird ein Notfallset abgegeben. Dieses enthält je 2 Tabletten eines Antihistaminikums und eines Kortisonpräparats sowie eine Adrenalinspritze. Bei jedem weiteren Stich müssen alle 4 Tabletten sofort eingenommen werden, noch bevor es zu einer allergischen Reaktion kommt. Falls aber eine schwere Allergie auftritt, spritzt sich der Patient zusätzlich die sofort wirksame Adrenalinspritze in den Oberschenkel. Betroffene mit schweren Lokalreaktionen erhalten nur die Notfall-Tabletten. Eine sofortige Einnahme ist auch hier wichtig. Zusätzlich helfen Hochlagern und Kühlen der betroffenen Körperstelle.
Personen mit schweren allergischen Allgemeinreaktionen (Beschwerden der Atemwege und/oder des Kreislaufs) wird die spezifische Immuntherapie (Desensibilisierung) empfohlen. Deren Wirksamkeit haben kontrollierte Studien belegt: Mit Bienengift kann ein vollständiger Schutz in über 80%, mit Wespengift bei gut 95% der Patienten erreicht werden. Bei ungenügendem Impfschutz kommt es nur noch zu schwächeren allergischen Reaktionen.
Für die Therapie kommt richtiges Bienen- oder Wespengift zum Einsatz. Der Impfschutz wird durch eine kontinuierliche Steigerung der Giftdosis erreicht: mit wöchentlichen Spritzen (über eine Zeitdauer von 3 bis 4 Monaten) oder mit 6 Spritzen innerhalb weniger Stunden auf der Intensivstation. Nach Erreichen der Erhaltungsdosis (sie entspricht 1–2 Bienenstichen oder mehreren Wespenstichen) wird der Patient noch alle 4–6 Wochen durch den Hausarzt gespritzt. Die Immuntherapie dauert üblicherweise 5 Jahre und wird auch bei Kindern ab Kindergartenalter durchgeführt.
Insektensprays zeigen leider keine Wirkung. Um Stiche zu vermeiden, gibt es ein paar einfache Verhaltensregeln:
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