Die Pollenallergie wird in der Umgangssprache oft als «Heuschnupfen» bezeichnet. Es handelt sich um eine allergische Erkrankung, deren Veranlagung meist vererbt wird. Der Organismus reagiert auf einen eigentlich harmlosen Stoff: das Allergen – in diesem Falle auf das Protein der Pollen. Pollenkörner (oder Blütenstaub) dienen zur natürlichen Befruchtung der Pflanzen. Man unterscheidet zwischen insekten- und windbestäubten Pflanzen, wovon letztere für die Pollenallergie verantwortlich sind.
Heuschnupfen ist die häufigste allergische Erkrankung unserer Breitengrade. Er tritt kaum vor dem dritten Lebensjahr auf, am meisten jedoch im Schulalter und später. Bis zu 19% der Schweizer Bevölkerung (rund 1,4 Millionen Menschen) sind auf Pollen allergisch.
Durch das Einatmen oder den direkten Kontakt mit den in der Luft vorhandenen Pollen schwillt die Bindehaut der Augen und die Schleimhaut der Nase an. Das aus Gewebemastzellen freigesetzte Histamin führt zu Juckreiz. Durch Kratzen und Reiben verstärkt sich die Schwellung und die Schleimhäute entzünden sich.
Die häufigsten Symptome sind Niesattacken, Fliesschnupfen (Rhinitis), verstopfte Nase, juckende und tränende Augen, Juckreiz in Gaumen, Nase und Ohren. Angestauter Schleim in den Nasennebenhöhlen kann zu Kiefer- und Kopfschmerzen führen. Fachleute warnen vor dem so genannten Etagenwechsel: eine langfristig unbehandelte Pollenallergie kann sich zu einem allergischen Asthma entwickeln.
Eine medikamentöse Symptombehandlung wird mit Antihistaminika und Antiallergika in Form von Nasensprays und Augentropfen oder Tabletten empfohlen, eventuell auch in Kombination mit Kortison. Therapien aus der Komplementärmedizin können ebenfalls erfolgreich eingesetzt werden. Die verschiedenen Wirkungsmechanismen sollten aber mit den entsprechenden Therapeuten besprochen werden. Die Desensibilisierung ist bis heute die einzige Möglichkeit, eine Pollenallergie längerfristig zu vermindern. Sie bedingt eine allergologische Abklärung durch den Facharzt.
Um die Beschwerden zu reduzieren, sollte man darauf achten, während der Pollensaison hauptsächlich während längeren Regenphasen oder dann nur kurz in den frühesten Morgenstunden zu lüften, im Auto Pollenfilter und an den Fenstern Pollenschutzgitter anbringen – tagsüber und auch in der Nacht, selbst bei höchster Pollenkonzentration kann so problemlos gelüftet werden. Es empfiehlt sich, die Haare abends zu waschen, nicht selber Rasen zu mähen oder Staub zu saugen. Bei erhöhter Pollenkonzentration in der Luft (warmes, windiges Wetter) ist nur ein kurzer Aufenthalt im Freien angesagt: Sonnenbrille mit Seitenschutz und Kopfbedeckung nicht vergessen.
Bei Heuschnupfen eignet sich jede Art von Indoor Sport. Mit medikamentöser Behandlung kann man sich meist auch draussen ohne weitere Probleme bewegen. Allerdings sollten Antihistaminika rund 1 Stunde vor der sportlichen Aktivität eingenommen werden. Wer an Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel leidet, sollte auf den Konsum von Obst und Nüssen vor dem Sport verzichten. Speziell während und nach der sportlichen Anstrengung sollten nur «sichere» Nahrungsmittel und Getränke eingenommen werden, da der Körper unter starker Leistung schneller allergisch reagiert als sonst.
| Frühjahr Januar – Februar März – April |
Baumpollen Hasel und Erle Birke und Esche |
| Frühsommer Mai – Juli |
Gras- und Getreidepollen Verschiedene Gräser und Roggen |
| Spätsommer Ende Juli – September |
Kräuterpollen Beifuss, Ambrosia |
Aus Sendung "mitenand"
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