Neurodermitis (auch atopische Dermatitis) ist eine der häufigsten Hauterkrankungen und verläuft meist chronisch und schubartig. Bereits jedes zehnte Kind leidet an Neurodermitis. Sie beginnt häufig in den ersten zwei Lebensjahren. Einige Kinder verlieren die Symptome nach rund 3 Jahren, bei anderen verläuft die Krankheit mit Unterbrüchen bis ins Erwachsenenalter oder bricht sogar erst dann aus. Neurodermitis beginnt beim Baby in Gesicht, Nacken und an den Seiten der Ärmchen und Beine. Ältere Kinder sind auch an Arm- und Kniebeugen, Handgelenken und Waden betroffen. Wichtig: Neurodermitis ist NICHT ansteckend!
Als häufigste Ursache von Neurodermitis ist die ererbte Veranlagung zur Allergie (Atopie) massgebend. Leiden die Eltern bereits an einer Allergie, erhöht sich das Risiko einer Erkrankung des Kindes bis zu 60%. Die genetische Veranlagung bleibt ein Leben lang bestehen – auch wenn keine Krankheitszeichen vorhanden sind. Erst die Kombination individueller Auslösefaktoren (Allergene, Stress, Trigger) entscheidet darüber, ob die Krankheit tatsächlich ausbricht.
Bei Kleinkindern sind häufig allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel (z.B. auf Kuhmilch, Nüsse, etc.) und Hausstaubmilben für den Ausbruch der Neurodermitis verantwortlich. Ältere Kinder reagieren zusätzlich auf Pollen, Tierhaare und anderes.
Zahnen, eine fremde Umgebung, Lärm, Reizüberflutung (z.B. Supermarkt), ein unregelmässiger Tagesablauf und Stress der Eltern gelten als Stressfaktoren für Kleinkinder. Ältere Kinder trotzen, streiten mit andern und lassen sich durch äussere Einflüsse (z.B. Fernsehen) aus der Balance bringen. Auch Vorfreude auf Geburtstag und Weihnachten kann (positiven) Stress auslösen und somit erneut Krankheitssymptome auslösen.
Weitere Faktoren wie zum Beispiel Wollkleidung, Wetterumschlag, Schwitzen, Chlorwasser und Tabakrauch reizen die sensible Haut. Auch sie wirken als sogenannte Trigger oder unspezifische Auslöser, die den Ausbruch der Neurodermitis begünstigen.
Weshalb immer mehr Kinder an Neurodermitis erkranken, ist bisher nicht abschliessend geklärt. Fachleute gehen u.a. davon aus, dass sich unser Lebensstil («Western Lifestile») mit einer übersteigerten Hygiene und zuviel Hektik negativ auf unser Immunsystem auswirkt.
Neurodermitis verläuft in Krankheitsschüben, deren jeweilige Auslöser oft nicht genau bestimmt werden können. Um neuen Schüben längerfristig vorzubeugen, empfehlen sich folgende Massnahmen:
Ein Arztbesuch ist dann angebracht, wenn die Haut stark gerötet und aufgekratzt ist oder sich nässende Ekzeme bilden. Bei akuten Schüben muss die Haut medikamentös behandelt werden, um einer Superinfektion oder einem Pilzbefall vorzubeugen.
aha! ist es ein besonderes Anliegen, Eltern und Kinder, die mit der Hautkrankheit Neurodermitis in Berührung kommen, fachlich kompetent zu unterstützen. aha! stellt als einzige Organisation in der Schweiz ein Netz von interdisziplinären Schulungen zur Verfügung, das speziell auf die Bedürfnisse von Eltern neurodermitiskranker Kinder zugeschnitten ist. Das Angebot, das seit Jahren erfolgreich läuft, setzt sich zum Ziel, die Lebensqualität der kranken Kinder und ihrer Eltern zu erhöhen.
Sie lernen unter fachlicher Anleitung, wie Sie Ihr krankes Kind optimal pflegen, ernähren und betreuen können. Dazu werden Informationen zu Therapie- und Pflegemassnahmen vermittelt. Das Thema Ernährung nimmt eine wichtige Rolle ein, da viele Babys an Nahrungsmittelallergien leiden. Und die Psychologie hilft, bei Schlafproblemen und Juckreizattacken alltagstaugliche Lösungen zu finden.
An 5 Schulungsabenden werden Sie durch ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen Medizin, Psychologie und Ernährung über das Krankheitsbild informiert. Sie haben Gelegenheit, Fragen zu stellen und nützliche Tipps nach Hause zu nehmen. Ausserdem bietet sich Ihnen die Gelegenheit, sich gegenseitig auszutauschen und festzustellen, dass man als betroffene Eltern mit seinen Sorgen nicht alleine ist.
Weitere Infos und Schulungsdaten finden Sie hier.
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